Und die meldeten sich beim Gesangverein. Gleich zum Auftakttreffen fanden sich 40 Interessierte,
denen der Einstieg und die Hemmschwelle dabeizubleiben noch besonders erleichtert wurde.
Sie erhielten Noten und CDs in die Hand, damit sie zu Hause weiterüben konnten, angesetzt
wurde jeweils eine Übungsstunde im Monat. Bei diesem Rhythmus blieb es bis heute; nächstes
Treffen ist am Samstag, 28. August, um erst zu proben und dann zu feiern.
Größere Herausforderungen der Zeit meisterten die Eintrachtler in ihrer Geschichte zuhauf.
Gegründet im Wilhelminischen Reich erlebten die Bischofsheimer Sänger rasch eine wahre
Blüte ihres musikalischen Treibens. So verbuchten sie 1912 bei einem Wettbewerb in Bad
Vilbel einen beachtlichen Erfolg, errangen dort den ersten Preis sowie den Ehren- und
Dirigentenpreis. Es folgten alsbald düstere Jahre im Ersten Weltkrieg sowie – nach einem
Wiedererstarken zur Weimarer Republik – im Zweiten Weltkrieg, die sich auch in der Chorgröße
widerspiegelten. 1943 musste die Vereinsarbeit pausieren, erst 1948 gründeten Eintracht-
Ehemalige ihren Männerchor neu. Es folgte in den 60er und 70er Jahren eine wahre Blütezeit,
geprägt durch Reinhold Daus. Er übernahm den Chor 1956 und stand ganze 37 Jahre am Pult
der „Bischemer“ Männer. Diese Kontinuität machte sich in der Qualität des Gesanges
bemerkbar. Vor allem bleibt die Zahl von 90 Sängern, die in dieser Zeit für die Eintracht
auftraten, wohl in Zukunft unerreichbar.
Trotz großer Jubiläen und stolzer Rückschauen zum 100-jährigen (1974) und 125-jährigen
(1999) Bestehen, waren sich die Bischofsheimer der neuen Herausforderungen sehr bewusst.
Das Durchschnittsalter im Chor stieg an, immer weniger Jüngere ließen sich zum Mitmachen
begeistern. Um die Eintracht als lebendigen Bischofsheimer Verein auch in Zukunft zu erhalten,
nahm der Vorstand bedeutende Veränderungen vor. Zunächst öffnete er den Chor für Frauen hin
zu einem gemischten Ensemble (2003) und warb vergangenes Jahr offensiv um jüngere Mitstreiter
mit einem auf die neue Generation zugeschnittenen Programm im Projektchor.
Vor allem aber ist die Vereinsarbeit ohne den seit 1994 amtierenden Ersten Vorsitzenden Egon
Schneider so nicht denkbar. Mit Herzblut und Engagement führt er die Eintracht und macht sie
zusammen mit seinen Vorstandsmitstreitern für die Zukunft fit. Eine neue Ära begann in den 1990er
Jahren auch was die musikalische Leitung anbetrifft. Nach dem Ausscheiden von Reinhold Daus
übernahm 1993 Sergio Goldberg den Dirigentenstab. Goldberg stammt aus Buenos Aires, wo er
Psychologie, Klavier, Blockflöte und Gesang studierte und anschließend einige Chöre und
Orchester leitete. Seit 1989 lebt er in Deutschland.
Der Gesangverein hat heute rund 200 Mitglieder, davon 80 aktive Sängerinnen und Sänger.
Neue Mitglieder sind aber immer willkommen

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