Der „Gesangverein Eintracht 1874 e.V. “ gehört zu den ältesten Maintaler Vereinen

(Stand 2013)

Bischofsheimer Urgestein blickt auf
140 Jahre Geschichte zurück

Das früheste verfügbare Bild des Gesangvereins Eintracht 1874 e.V. stammt aus dem Jahr 1910 und zeigt die Mitglieder mit ihren Familien bei einem Ausflug.

Das früheste verfügbare Bild des Gesangvereins Eintracht stammt aus dem Jahr 1910 und zeigt
die Mitglieder mit ihren Familien bei einem Ausflug.

Mit 140 Jahren gehört der Gesangverein Eintracht 1874 e.V. Bischofsheim zu den traditionsreichsten Vereinen in Maintal. An seiner Entwicklung spiegelt sich auch viel Zeitgeschichte wider. Gegründet im Wilhelminischen Kaiserreich, durchlebte die Eintracht die erste deutsche Demokratie und das „Dritte Reich“. 1948 erfolgte die Neugründung unter der Stabführung von Hans Eisermann. Ihm folgte 1956 Musikdirektor Reinhold Daus, der dem Verein 37 Jahre lang die Treue hielt und unter dessen Leitung der Gesangverein in der einst eigenständigen Gemeinde Bischofsheim eine Blütezeit erlebte. Auch in der Gegenwart wird beachtliches geleistet, besonders nach der Erweiterung zu einem gemischten Chor. Dennoch fehlt es auch hier an Nachwuchs, wird doch das Singen bereits auch in den Grundschulen stark vernachlässigt.

Die Gründerjahre waren noch in vollem Gange, als 20 Bischofsheimer Männer im Jahre 1874 in der Gaststätte „Zur Krone“ den Gesangverein Eintracht aus der Taufe hoben. Zu den „Geburtshelfern“ gehörten Philipp See, Andreas Keller, Wilhelm Wörn, Friedrich Will und Georg Grimm, die alle der Eintracht bis zu ihrem Tod die Treue hielten.

Außerdem waren Wilhelm Friedrich, Peter Reuhl, Ernst Reuhl, Andreas Reuhl, Peter Grimm, Johannes Grimm, Kaspar Sterleper, Friedrich Walzer, Peter Uhrig, Wilhelm Rohrbach, Jakob Kratz, Andreas Weisenstein, Andreas Krebs IV, Johannes Reitz IV und Wilhelm Krebs bei der Gründung dabei.

Erster Dirigent des Männergesangvereins
wurde der Lehrer Klaus aus Hochstadt. Als Erster Vorsitzender fungierte Philipp See. Von Beginn an stellte sich der Verein die Aufgabe, durch seine aktive Chorarbeit das Liedgut zu pflegen und zu erhalten. Diese Maxime wurde in der Vereinsgeschichte stets aufrechterhalten. In den ersten Jahren wechselten die Dirigenten relativ häufig. Die erste Blütezeit konnte unter dem Chormeister Wilhelm Seip aus Bischofsheim verzeichnet werden. Unter seiner Führung erfolgte auch der große Aufstieg des Vereins, die Sänger – zahl wuchs auf 90 Mitglieder an. Die Eintracht beteiligte sich in gesteigerten Maßen an Kritik- und Freundschaftssingen sowie an Konzerten. Auf Wilhelm Seip folgte Wilhelm Wetter und Hans Eisermann.

Großer Erfolg 1912
Ein sehr beachtlicher Erfolg war dem Verein 1912 in Bad Vilbel beschieden, in der Klasse1 wurde gegen starke Konkurrenz der erste Preis sowie der Ehren – und Dirigentenpreis errungen.

Sängerfahrt nach Breslau

Auf der Fahrt 1937 zum Deutschen Sängerfest in Breslau

Im ersten Weltkrieg ruhte dann der Vereins- betrieb. Doch schon kurz nach Ende des Krieges wurden die Chorstunden wieder auf- genommen. Bereits im Jahre 1923 konnte die Eintracht an einem großen Gesangswett- streit in Offenbach-Bieber teilnehmen und den vierten Platz in der ersten Klasse ersingen.

Ein Jahr später konnten die „Bischemer“ ein halbes Jahrhundert Eintracht feiern. Auch das schlechte Wetter konnte die Stimmung beim Waldfest nicht verdrießen.

Erfolge bei Sängerwettbewerben gab es auch weiterhin. So zum Beispiel 1926 in Windecken. In der ersten Landesklasse konnte einer der größten Erfolge der Vereinsgeschichte erzielt werden. Der Ehrenpreis, der Erste Klassenpreis und auch der Dirigentenpreis gingen an die Bischofs-heimer.

Kulturelle Veranstaltungen bis 1943

1934 konnte das 60 jährige Jubiläum verbunden mit einem Wertungssingen gefeiert werden. Drei Jahre später nahm die Eintracht aktiv mit 30 Sängern am Deutschen Sängerbundfest in Breslau teil.

Im so genannten „Dritten Reich“ hielt die Eintracht ihre Vereinstätigkeiten bis 1943 aufrecht. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges unterbrach die prosperierenden Aktivitäten der Eintracht. Die durch Kriegseinberufungen stark gelichtete Sängerschar nahm unter Dirigent Wilhelm Wetter an kulturellen Veranstaltungen und an Lazarettsingen in Hanau teil. Zwei Jahre vor Kriegsende kam das Vereinsleben dann endgültig zum Erliegen.

Wiedergründung 1948

Nach dem Ende des 2.Weltkrieges 1945 kam auch das Vereinsleben im nun geteilten Deutschland langsam wieder in Schwung. Im Jahr der Währungsreform am 10.4.1948 trafen sich einige ehemalige Sänger, um die Eintracht wieder aufleben zu lassen.

Festumzug durch Bischofsheim 1954

Festumzug durch Bischofsheim 1954 „80 Jahre Eintracht“

 

Am 10. April 1948 fand die erste General-versammlung statt. Neuer Chordirigent wurde Hans Eisermann. Die Wahl des Ersten Vorsitzenden fiel wieder auf Karl Engelhardt, der bereits von 1929 bis 1941 1.Vorsitzender war. Das erste große Auftreten des Gesang-vereins fand noch im selben Jahr statt. Im Enkheimer Volkshaus gaben die Eintrachtler

ein bemerkenswertes Konzert, das 1949 prompt wiederholt wurde.

Das aktive Vereinsleben wurde sukzessive wieder aufgebaut. Auf Geselligkeit wurde bei der Eintracht schon immer großen Wert gelegt. Der große Idealismus machte sich gerade in den Aufbaujahren der Bundes-republik bezahlt.

Aufschwung in der Ära Daus

Der Aufschwung der Eintracht in den 60er und 70er Jahren ist vor allem mit einem Namen verbunden: Reinhold Daus. Er über-nahm den Chor 1956 und stand sage und schreibe 37 Jahre am Pult der „Bischemer“ Männer. Diese lange Kontinuität machte sich in der Qualität des Gesanges bemerkbar und sorgte auch für verstärkten Zulauf. Mit über 90 Sängern konnte eine Chorstärke erreicht werden, die schon beachtlich war und die in Zukunft wohl kaum erreicht werden dürfte.

Zahlreiche Erfolge fielen in diese Zeit. Bei Sängerwettbewerben, Wertungs- und Kritik-Singen wurden zahlreiche Preise erstritten. Als Erste Vorsitzende folgten nach Karl Engelhardt Theodor Seiboldt, Horst Stahr, Helmut Krebs, Fritz Prax und Karl Plomer.

Das Vereinsleben wurde weiter aufgewertet. Bemerkenswerte Faschingsveranstaltungen sorgten für tolle Stimmung. Teilnahme an Festumzügen, Ausrichtung von Kerb-veranstaltungen und Jubiläen sowie Ausflügen und Konzerte bestimmten den Terminplan der Eintracht.

Zum 80 jährigen Bestehen 1964 gab es einen großen bunten Abend im Festzelt mit Heinz Schenk und den „Gonsbachlerchen“, ein Volksfest mit Tanz, eine Akademische Feier und ein großes Kritiksingen mit zwölf Gesangvereinen.

100 Jahre Eintracht 1974

Nicht jeder Verein – und schon gar nicht jeder Mensch – erreicht die magische Zahl von 100 Lebensjahren. Für die Eintracht aus Bischofsheim war es 1974 soweit.

Das große Jubiläum wurde gebührend be-gangen. Am 23. März ging es mit einem Freundschaftssingen los, das gelungene Jubiläumskonzert folgte am 18.Mai und die Akademische Feier war am 5. Oktober.

Alle Veranstaltungen fanden in der Turnhalle am Wald statt.

In einem Grußwort dankte Erster Vorsitzender Friedrich Prax den Gründ-ungsmitgliedern, aber auch den aktiven Sängern, die den Fortbestand des Vereines stets gesichert hatten. Das Jubiläumsjahr sollte zu einer Kundgebung für den Chor-gesang werden. Mit den Aktivitäten versuchte der Verein vor allem die Jugend anzusprechen. Jedoch in den 70er Jahren ging der Zulauf der jungen Sänger immer weiter zurück.

Im Jahr des 100.Geburtstages der Eintracht

wurde übrigens auch die Stadt Maintal ge-gründet. In der Festzeitschrift heißt es dazu:

„Noch in diesem Jahr wird sich Bischofsheim mit drei anderen Gemeinden zu der Stadt Maintal zusammenschließen; dennoch wird sich das Vereinsgepräge in unserer Gemeinde nicht ändern“. Die darauf folgenden Jahre unterstrichen diese prophetische Aussage.

Überreichung der Zelter- Plakette

Ein Höhepunkt in der Vereinsgeschichte stellte der 5.Oktober 1974 dar.

Zelter-Plakette

Hessens Ministerpräsident Albert Oswald überreicht im Oktober 1974 die Zelter-Plakette an die Eintracht.

Anlässlich des 100.Geburtstag der Eintracht überreichte der damalige Hessische Minister-präsident Albert Oswald dem Gesangverein die Zelter-Plakette. Diese hohe Auszeichnung geht an Gesangvereine, die 100 Jahr bestehen.

Im August 1956 unterzeichnete der damalige Bundespräsident Theodor Heuss einen Erlass, nach dem die Plakette für 100 Jahre musikalische Tätigkeit auf dem Gebiet des Chorgesanges verliehen wird. Die Auszeich-nung wird bei der Eintracht noch heute in hohen Ehren gehalten

In den 80er und in den beginnenden 90er Jahren bekam auch die Eintracht den fehlenden Zuspruch der Jugend immer mehr zu spüren. In den Schulen geriet das Fach Singen immer weiter auf´s Abstellgleis. Eigentlich schade, denn da sollte bereits das Interesse am Singen geweckt werden.

1994 – 120 Jahre Eintracht

Feierlichkeiten zum 120jährigen Geburtstag waren u.a. die Ausrichtung der Kerb, ein Feundschaftssingen.

In diesem Jahr übernahm Egon Schneider den Vorsitz, den er bis heute innehat.

Aufgrund der hohen Mietkosten verzichtet die Eintracht seit 1996 auf die Ausrichtung einer großen Karnevalveranstaltung im Bürgerhaus. Im kleineren und gemütlicheren Rahmen wird der Fasching im Haus der Begegnung aber weiterhin gefeiert.

1999 – 125 Jahre Eintracht

Das Jahr 1999 stand im Zeichen des 125 jährigen Vereinsjubiläums.

Bereits der Auftakt , ein 1-wöchiger Besuch des Franz-Liszt-Chores aus der Partnerstadt Esztergom/ Ungarn , mit einem bestens gelungenen Chor-und Solistenkonzert begeisterte alle Zuhörer.

Auch der Gegenbesuch des Gesangvereins Eintracht in Esztergom war erlebnisreich und von vielen gesanglichen Darbietungen geprägt. Ein gemeinsames Konzert in der Franziskanerkirche, Auftritte im Dom von Esztergom und in der Matthiaskirche in Budapest hinterließen bleibende Eindrücke.

Die Stabführung bei diesen musikalischen Glanzpunkten hatte der damalige Vize-dirigent Heinz Seip.

Weitere Veranstaltungen zum Jubiläum waren eine Ausstellung im Rathaus (Bischofsheim), ein Freundschaftssingen, ein Sommernachtsfest, sowie ein Jubiläumskonzert, das zusammen mit dem Bruderverein “Volkschor Liederlust“ der im gleichen Jahr sein 125 jähriges Jubiläum feiern konnte, durchgeführt wurden.

2003 – Umbruch der Eintracht

Bis zum Jahr 2003 war der Gesangverein ein reiner Männerchor.

Im Frühjahr machte sich der Vorstand Gedanken, wie kann es weitergehen. Immer mehr Stimmen im 1. und 2. Tenor fehlten. Es konnten trotz intensiver Werbung keine neuen Herren zum Singen motiviert werden. Da kam der Gedanke:

„ Vielleicht können wir unsere Frauen zum Mitsingen begeistern.“ Es wurden Anfragen und ein internes Rundschreiben gestartet:

Wer hat Lust in einem gemischten Chor mitzusingen?“ – die Antwort war überwältigend. Über 20 Frauen sagten zu. Auch unser Dirigent, Herr Goldberg, der die Eintracht schon seit über 15 Jahre dirigiert, war einverstanden. Nach der Sommerpause startete der gemischte Chor und das mit vollem Erfolg. Ein wichtiger Schritt war gelungen, sicherte er doch vorerst den Fortbestand des traditionsreichen Vereins.

2004 – 130 Jahre Eintracht

Im Mai wurde der 25. Maintaler – Liederabend ( im Bürgerhaus Bischofsheim ) ausgerichtet. 14 Gesangsformationen, alle aus Maintal, nahmen an dieser beeindruckenden Veranstaltung teil. Es kommt nicht sehr häufig vor, dass zwei Vereine im selben Ort gemeinsam ihren jeweils 130 jährigen Geburtstag feiern können. Im Oktober 2004 war das der Fall. Der Gesangverein Eintracht und der Volkschor Liederlust feierten den „ runden “ Geburtstag mit einem gelungenen Konzert.

2009 – 135 Jahre Gesangverein Eintracht

Der gemischte Chor hat sich in den Jahren seines Bestehens sehr gut etabliert.

Seine kulturelle Hauptaufgabe sieht der Verein noch immer in der Pflege des konzertanten Chorgesanges, sowie des Volksliedergutes. Diesem Anspruch wollen die Sängerinnen und Sänger auch weiterhin gerecht werden.

Auch in diesem Jahr hat sich der Verein viel vorgenommen. Außer den üblichen Veranstaltungen wie Maintaler Liederabend, Straßenfest, Mehrtages Ausflug, soll im Juni ein Mittsommernachtsfest und im Oktober ein Musical – Abend verwirklicht werden.

2013 – Umbruch im Vorstand
Nach 20 Jahren als 1.Vorsitzender trat Egon Schneider zurück. An seine Stelle wurde Winfried Schoor gewählt.

2014 – 140 Jahre Eintracht
2014 ist das 140. Jubiläusjahr der Eintracht.

Der Tatendrang ist ungebrochen.
Die  kulturelle Hauptaufgabe des Vereines ist  noch immer in der Pflege des konzertanten Chorgesanges, sowie des Volksliedergutes. Diesem Anspruch wollen die Sängerinnen und Sänger auch weiterhin gerecht werden.

Das Vereinsleben:

Die Sänger treffen sich zu ihrer Singstunde jeden Freitag um 19:30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus in der Rhönstraße 2.
In jedem Jahr wechselnd macht der Verein einen Eintages – oder Mehrtages Ausflug.
Es muss auch das Fastnachtstreiben unter der Leitung von Cyrill Antes erwähnt werden. Schon über 41 Fastnachtssitzungen wurden erfolgreich veranstaltet.

Viele Vereinsereignisse werden in Filmen verewigt. Seit nunmehr 47 Jahren gibt es Tonfilme über Ausflüge, Jubiläen, Konzerte und andere Aktivitäten. Kurz nach Weihnachten findet jedes Jahr ein „ Filmabend der Erinnerungen “ statt, an dem die Filme gezeigt werden und Vergangenes ins Gedächtnis zurückgerufen wird.

Nach Ausscheiden von Reinhold Daus , übernahm 1993 Sergio Goldberg den Dirigentenstab. Herr Goldberg stammt aus Buenos Aires, wo er Psychologie, Klavier, Blockflöte und Gesang studierte. In den Jahren 1980-88 leitete er einige Chöre und Orchester in seíner Heimat. 1989 kam Herr Goldberg nach Frankfurt.

Der Verein hat heute ca.170 Mitglieder. Davon 55 aktive Sängerinnen und Sänger.
Neue Mitglieder sind stets willkommen. Geselligkeit und Freundschaft stehen bei den Eintrachtlern ganz hoch im Kurs.
Der Wille, im gemeinschaftlichen Singen einen Ausgleich zur beruflichen Arbeit und dem Alltag zu finden, hat den Gesangverein über gute und schlechte Zeiten hinweg zusammen gehalten.
Die Mitglieder hoffen, dass dem kulturellen Wirken auch weiterhin Erfolg beschieden sein möge.
Der Wille, im gemeinschaftlichen Singen einen Ausgleich zur beruflichen Arbeit und dem Alltag zu finden, hat den Gesangverein über gute und schlechte Zeiten hinweg zusammen gehalten.

Die Mitglieder hoffen, dass dem kulturellen Wirken auch weiterhin Erfolg beschieden sein möge.

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